Ein Nachtrag zu den Lügen von Louis Proyect

14. Juni 2015

Vor zwei Tagen widerlegte die World Socialist Web Site den Vorwurf von Louis Proyect, sie habe in einem Artikel durch Fehlinformationen die Eskalation militärischer Drohungen gegen Russland vonseiten der Obama-Regierung übertrieben.

In seinem Blog „The Unrepentant Marxist“ hatte Proyect behauptet, eine Aussage von Robert Scher, der im Verteidigungsministerium für Atomwaffen zuständig ist, sei gefälscht worden. In seiner Antwort auf diesen Vorwurf hatte der Leiter der internationalen WSWS-Redaktion, David North, auf ein Video verlinkt, das Schers Aussage vor einem Unterausschuss des parlamentarischen Streitkräfte-Ausschusses zeigt. Unsere Leser konnten sich also mit eigenen Augen und Ohren davon überzeugen, dass der Satz, den Proyect als Fälschung bezeichnet hatte, genau so geäußert worden war. Im Rahmen einer Aufzählung militärischer Optionen hatte Scher erklärt: „Zum anderen überlegen wir, wie wir es schaffen könnten, die Raketen in ihren Basen in Russland anzugreifen.“

Man sollte meinen, dass Proyect daraufhin seine Anschuldigung zurückgezogen hätte oder einfach verstummt wäre. Doch weit gefehlt, er hielt an dem Fälschungsvorwurf fest. Dabei zog er sich auf die Position zurück, dass das Wort „attack“ („anzugreifen“), das aufgrund eines technischen Fehlers auf dem Video nicht zu hören ist, nicht gefallen sei: Er schreibt: „North gibt zu, dass das Wort ,attack‘ auf der Aufnahme nicht zu hören ist, zeigt sich aber überzeugt davon, dass es die einzig sinnvolle Ergänzung darstellt. Einfach traurig.“

Wenn hier jemand Grund zu Traurigkeit hat, dann Louis Proyect. Um die Sache ein für alle mal aus der Welt zu schaffen, wandten wir uns an Robert Burns, der für Associated Press über Schers Aussage berichtet hatte und dessen Artikel die WSWS zitiert hatte.

Nachdem Burns auf diesem Wege von Proyects Vorwürfen erfahren hatte, leitete er der WSWS die Mitschrift von Schers Aussage weiter, die ihm vom US-Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellt worden war. Diese Mitschrift bestätigt, was bereits durch das Video erwiesen war: Der Satz war genau in dem Wortlaut gefallen, wie ihn Burns und die WSWS wiedergegeben hatten.

Auf die Frage eines Kongressabgeordneten, wie die USA auf den Russland vorgeworfenen Verstoß gegen den Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag) reagieren würden, erklärte Scher (Hervorhebung hinzugefügt):

„Wir prüfen, mit welchen Maßnahmen wir gewährleisten können, dass Verstöße gegen den INF-Vertrag den Russen keinen bedeutenden militärischen Vorteil verschaffen. Wie vor diesem Unterausschuss und bei anderen Gelegenheiten bereits gesagt wurde, haben wir dabei drei Kategorien militärischer Aktivitäten im Auge. Da wäre zum einen die aktive Verteidigung der Orte in Europa, die Raketen bei einem Verstoß gegen den INF-Vertrag erreichen könnten. Zum anderen überlegen wir, wie wir es schaffen könnten, die Raketen in ihren Basen in Russland anzugreifen. Und drittens gehen wir von der Überlegung aus, dass es nicht nur darum geht, diese Kapazitäten anzugreifen, sondern dass es... dass wir auch prüfen sollten, was wir innerhalb von Russland selbst in einen Bedrohungszustand versetzen könnten.

Wir sind noch dabei, uns alle diese Möglichkeiten anzuschauen und herauszufiltern, was am wirkungsvollsten wäre, und in enger Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten festzulegen, wie diese Aggression Russlands am besten abgewehrt, wie Russland abgeschreckt und wieder ins Boot geholt werden kann.“

Damit ist die Frage geklärt und erneut bewiesen, was viele schon längst wissen: Louis Proyect ist ein Lügner und ein Provokateur.